Ringvorlesung

Das Einhorn erscheint in mittelalterlichen Texten als Projektionsfläche polyvalenter Bedeutungsgehalte. Erst im Mittelalter wurde das Einhorn, aus dem Orient und Altertum kommend, zu dem, was es (bis heute) ist. Die zusätzlichen Kontexte und Sinngehalte korrespondierten mit seiner eigentümlichen Gestalt selbst. Innerhalb des Christentums wurden einem Einhorn sowohl boshafte Züge als auch höchste erlösende Eigenschaften zugesprochen, die bis in göttliche Dimensionen hineinreichten. So wurde es zum Symbol der Menschwerdung Jesu, als Zeichen für Keuschheit, auch für Frauenmacht, für höfische Minnevorstellungen und weit mehr. Abgesehen von verschiedenen Adaptionen durch eine popular culture waren es vor allem die Darstellungen in der Kunst, welche die primär literarische Existenz eines Einhorns mit entsprechenden Informationen verbreiteten. In dieser interdisziplinären Ringvorlesung sollen unterschiedliche, vor allem mediävistische Zugänge bei der Suche nach dem Einhorn reflektiert werden. Weniger Eindeutigkeit ist als Ergebnis zu erwarten, vielmehr eine für das Mittelalter nicht untypische Polyvalenz, die auch gegensätzliche Typen aushält.

Weitere Informationen können Sie dem Flyer entnehmen.

de_DE_formalGerman